Der Bauträgervertrag – Auf diese Punkte sollten Sie achten

Ist der Vertrag zwischen Käufer und Bauträger unterschrieben, ist der Grundstein für die Eigentumswohnung oder das Einfamilienhaus gelegt. Dabei ist eine vorab getätigte gründliche Prüfung der im Vertrag enthaltenen Klauseln enorm wichtig.

Wir haben Ihnen die wichtigsten Punkte zusammengefasst, auf die Sie vor der Vertragsunterzeichnung achten sollten.

In der Baubeschreibung muss deutlich formuliert sein, welche Materialien und Produkte zur Anwendung kommen. Unerlässlich ist auch die Angabe der Standards und Normen, nach denen die Immobilie gebaut wird. Steht in der Planung ein KfW-Effizienzhaus, dann achten Sie darauf, dass dessen Kriterien inklusive eines Nachweises des Gutachters realisiert werden. Essenziell sind ebenfalls genaue Angaben der Wohn- und Nutzflächen der Immobilie.

Achten Sie auf eine klare Auflistung der einzelnen Kosten. So sollten in den Leistungen zum Beispiel auch die Kosten für den Anschluss an das Abwassernetz oder die Beseitigung des Erdaushubs enthalten sein.

Die Preise und Ausführungen von Sonderwünschen sollten ebenfalls genau festgelegt werden. Im Nachgang hätte der Bauträger bei Formulierungen wie „Sonderwünsche nach Aufwand“ eine gewisse Preisspanne bezüglich einer nachträglichen Aufrechnung der entstandenen Kosten.

In den Bauträgerverträgen ist festgelegt, dass Zahlungen nur nach Baufortschritt getätigt werden. Vorauszahlungen für Leistungen, die noch nicht erbracht wurden, werden damit ausgeschlossen. Wie hoch diese Raten ausfallen, ist in der Makler- und Bauträgerverordnung definiert.

Falls Sie sich im Insolvenzfall des Bauträgers absichern wollen, gibt es zwei Arten von Bürgschaften, die in den Verträgen aufgenommen werden können.

Zum Einen kann der Bauträger eine Fertigstellungsbürgschaft der Bank vorlegen, welche bei Insolvenz dafür sorgt, dass der Bau trotzdem fertig gestellt wird.

Zum Anderen gibt es die Gewährleistungsbürgschaft. Dabei bürgt die Bank im Falle, dass der Bauträger nicht mehr zahlungsfähig ist und im Nachgang Mängel im Rahmen der Gewährleistung auftreten und beseitigt werden müssen.

Ein festgeschriebener Einzugstermin sollte mit einer Vertragsstrafe für den Bauträger ergänzt werden. Kann der Bauträger den vereinbarten Termin nicht einhalten, wird üblicherweise für jeden in Verzug geratenen Monat eine bestimmte Summe an den Käufer gezahlt.

Im Alleingang einen Bauträgervertrag zu prüfen, wird für viele schwierig. Suchen Sie sich Hilfe bei Bauexperten wie Architekten, Bauingenieure, Immobiliengutachter oder ziehen Sie einen Anwalt zur Hilfe.